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Dienstag
Aug032010

WikiLeaks

Seit dieser Woche ist WikiLeaks bei flattr dabei, und hat auch gleich eine ganze Menge Begrüßungsgeld eingefahren. Da WikiLeaks zur Zeit ein großes Thema in den Medien ist, vermute ich, daß es als erstes nicht deutschsprachiges Angebot in die oberen Regionen der Flattr-Charts vordringen kann. Die Administratoren von flattr haben sich sogar die Mühe gemacht, das Konto des ebenfalls in Schweden beheimateten WikiLeaks zu verifizieren. Im Rahmen der Berichterstattung über WikiLeaks dürfte auch Flattr einige Aufmerksamkeit bekommen und weiter wachsen (und unter Umständen aber auch unter der negativen Stimmung in den USA leiden). Vor allem aber unterstreicht die Aufnahme WikiLeaks die Notwendigkeit, die Anonymität der Spender zu gewährleisten.

WikiLeaks ist ein extrem kontroverser Dienst und hat viele Feinde in einflußreichen Positionen. Die USA halten WikiLeaks für kriminell an der Grenze zu terroristisch, und zivile und militärische Ermittler üben einiges an Druck auf jeden aus, den sie mit WikiLeaks in Verbindung und in die Finger kriegen können. Es ist nicht abwegig zu vermuten, daß sich das FBI in den Kopf setzen könnte, WikiLeaks-Spenden ähnlich zu behandeln wie zum Beispiel Überweisungen an Organisationen, die Hinterbliebenen von Selbstmordattentätern Renten zahlen.

Flattr ist eine tolle Lösung für politisch/juristisch/moralisch Unbedenkliches. Bei Sachen, die darüber hinaus gehen, sollte man sich im klaren darüber sein, daß alle Transaktionen, die man getätigt hat, unter Umständen ans Licht der Öffentlichkeit getragen werden können. Wer Pornos gekauft hat, dem ist das eventuell nachher peinlich. Wenn man bei der Einreise am Flughafen Stress bekommt, ist das unangenehmer. Aus rechtlichen Gründen darf Flattr seine Daten nicht löschen oder anonymisieren (das ist bei traditionellen Zahlungswegen vermutlich aber auch so, das SWIFT-Abkommen drängt sich auf).

Durch WikiLeaks bekommen diese Themen schlagartig mehr Brisanz. Es könnte spannend werden.

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